Die Gartenhecke – das Multitalent im Hausgarten

In der freien Natur sind Hecken durch ihre linienhafte Gestalt oft ein belebendes und dominierendes Landschaftselement; sie begleiten Wege, Bäche, Feldraine und Geländekanten oder dienen als Umgrenzung von Gehöften und Feldern. Im Hausgarten wird die Hecke überwiegend als Lärm-, Sicht- und Windschutz eingesetzt, sie ist aber auch ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten. In einem großen Landschaftsgarten kann eine Hecke je nach Wuchshöhe den Hintergrund für blühende Pflanzen oder die Abgrenzung einzelner Gartenbereiche bilden, und Hecke schneiden mit einer normalen Heckenschere wird hier oftmals zu einer langwierigen Angelegenheit. Im Hausgarten wird hauptsächlich der immergrüne Gemeine Buchsbaum als Weg- oder Beeteinfassung eingesetzt; er erreicht Höhen bis zu 40 cm und kann selbst mit einer kleinen Garten- oder Heckenschere leicht in Form gehalten werden. Für mittelhohe Sichtschutzhecken bis zu 2 m eignen sich Liguster, Gemeine Eibe, Geißblatt, Kirschlorbeer und Zwergmispel, während die bis zu 5 m hohen Hecken aus Zypressen, Thujen und Rotbuchen einen ausgezeichneten Windschutz bieten.
Eine Hecke schneiden – keine leichte Aufgabe

Wenn man eine Hecke schneiden oder in eine bestimmte Form trimmen will, ist wie für andere Gartenarbeiten auch ein qualitativ hochwertiges Werkzeug aus dem Fachhandel sehr zu empfehlen; Billigkäufe erschweren hier oftmals die Arbeit und bereiten mehr Ärger als Freude. Bei einer mechanischen Heckenschere ist es wichtig, dass die Klingen scharf und gut geschliffen sind; so kann ein glatter, sauberer Schnitt erfolgen und die Äste oder Zweige werden nicht nur mühsam abgequetscht. Für höhere und längere Gartenhecken wird meist eine elektrische Heckenschere verwendet, die den Schnitt wesentlich erleichtert. Einige Modelle können mit einem Stiel verlängert werden, so kann man mit sicherem Stand vom Boden aus auch eine sehr hohe Hecke schneiden und muss keine Leiter verwenden. In großen Gärten kann allerdings die Stromzuführung mit Kabelrollen ein Problem darstellen, außerdem sollte bei der Arbeit aus Sicherheitsgründen das Kabel immer nach hinten über die Schulter geführt werden. Eine Heckenschere mit Motorantrieb kann besonders in weitläufigen Landschaftsgärten sehr flexibel eingesetzt werden; diese Ausführungen sind jedoch wesentlich lauter als die Elektromodelle, so dass bei der Arbeit ein Gehörschutz zu empfehlen ist.

Die Gartenhecke – das Multitalent im Hausgarten

Die richtige Pflege beginnt bei manchen Gartenhecken bereits kurz nach dem Einpflanzen. Um eine dichte Belaubung zu erzielen, werden sommergrüne Hecken kurz nach dem Einsetzen und Anwachsen mit der Garten- oder Heckenschere in der Höhe um rund ein Drittel verringert und längere Seitentriebe abgeschnitten; dieser radikale Schnitt fördert während der ersten Wachstumsperiode die weitere Entwicklung von Trieben. Im Folgejahr werden die Vorjahrestriebe nochmals um die Hälfte eingekürzt, so dass im dritten Jahr die Hecke buschig und voller neuer Triebe ist. Der Rückschnitt erfolgt bei den meisten Hecken im Frühjahr und im Herbst, lediglich Thujen, Rotbuchen und Zypressen werden einmal jährlich im Hochsommer geschnitten. Ein regelmäßiger Formschnitt fördert einen dichten Wuchs; dabei sollte die Breite der Hecke nach oben hin leicht abnehmen (Trapezform), damit auch die bodennahen Heckenteile genügend Licht zum Wachsen erhalten.

Alte Hecken – Rückschnitt oder Neubeginn

Wenn Hecken über einen längeren Zeitraum nicht regelmäßig zurück geschnitten werden, wachsen sie so hoch, dass ein radikaler Schnitt erforderlich ist. Bei alten Hecken sollte man diese Prozedur auf zwei oder drei Jahre verteilen, wobei mit der Heckenspitze begonnen wird; die Seiten werden in den nächsten Jahren reduziert. Einen extrem starken Rückschnitt vertragen z.B. Hecken aus Buchs, Buche, Weiß-, Sand- und Feuerdorn, Liguster, Rhododendron und Eibe; alte Hecken aus Lavendel und Rosmarin werden am besten durch neue Pflanzen ersetzt – und alles beginnt von vorn.